Tipps zum CO2-Sparen

Folge 20 aus der Reihe „Klimawandel verstehen“

Wenn wir den Klimawandel nicht weiter anheizen wollen, müssen wir aufhören, so viel CO2 zu verursachen. Sollen wir im Winter nicht mehr heizen, immer nur die gleichen Sachen tragen, kalt duschen und nur mit selbstgemachtem Spielzeug aus Naturmaterialien spielen? Nein, es kann nicht das Ziel sein, auf allen Wohlstand zu verzichten.
Aber wir können überlegen, ob wir wirklich 20 verschiedene T-Shirts brauchen, mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen und ob es im Winter in der Wohnung so warm sein muss, dass man nackig herumflitzen kann. Es gibt viele Möglichkeiten CO2 zu sparen, ohne dass es uns "weh tut".

Zudem gibt es auch Spar-Möglichkeiten, bei denen wir gar keinen Unterschied merken!

  • Wurde dein Strom aus Braunkohle oder aus Sonnenenergie gemacht?
  • Läuft dein Lieblingslied von der Festplatte oder streamst du es aus dem Netz?
  • Ist dein Block aus weißem Recyclingpapier oder wurden Bäume dafür gefällt?

Hier findest du übersichtliche Tipps für zu Hause und für die Schule. Was kann ich tun? Was bringt wie viel? Einfach ausdrucken und loslegen!

Noch mehr Hinweise zum CO2-Sparen:

Kleidung
Auf der ganzen Welt wird mehr Kleidung produziert, als wir überhaupt tragen können. Viele Male im Jahr bekommen die Geschäfte neue Modelle geliefert. Was nicht verkauft wurde, wird manchmal sogar verbrannt! Man weiß nicht mehr, wohin mit all den Sachen.
Zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2014 hat sich die Menge an produzierter Kleidung verdoppelt! Und es ist nicht so, dass die Menschen vorher nicht genug zum Anziehen gehabt hätten.
In Deutschland werden im Durchschnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr gekauft – diese werden aber nur noch halb so lange getragen wie vor 15 Jahren. Fast 400.000 Tonnen Textilmüll entstehen in Deutschland jedes Jahr. Die Textilindustrie ist für 5% des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Lieblingshose verlängert. : )

Der Trick: Kaufe gebrauchte Kleidung. Im Second-Hand-Laden oder auch bei Online-Anbietern findest du ein unglaublich großes Angebot. Viele Sachen sind gar nicht oder kaum getragen. Und: Du kannst dort echte Schätze finden. Warum tragen, was alle gerade bei den großen Ketten kaufen?

Und: Naht offen, Löcher, Flecken? Es gibt viele kreative Möglickeiten, Kleidung zu reparieren oder so anzupassen, dass man sie noch länger tragen kann. Zum Beispiel mit einem schönen Aufnäher. Kannst du nähen und stopfen? Es ist nicht schwer! Frage doch mal, wer es dir beibringen kann. Hier findest du einige Tipps.

 

Tauschmarkt in der Klasse.

Spielzeug und Co
In Deutschland haben die meisten Kinder viel Spielzeug. Das ist toll! Oft wird ein Spielzeug nach einer Weile aber langweilig oder man braucht es nicht mehr, weil man eben älter wird und sich für andere Sachen interessiert.
Der Trick: Tausche dein Spielzeug mit anderen! Ihr könnt in der Klasse oder der ganzen Schule einen Tauschmarkt veranstalten. Oder eine Tauschkiste aufstellen, in die alle etwas hineinlegen und etwas neues herausnehmen können.
Du kannst auch Sachen an kleinere Kinder verschenken – sie werden sich sehr freuen! 🙂
Oder du verkaufst deine Sachen auf einem Flohmarkt. Von dem Geld, das du dafür bekommst, kannst du dir dann etwas (gebrauchtes) Neues kaufen.

Und: Ist ein Spielzeug kaputt, kann man es oftmals noch reparieren, je nachdem aus welchem Material und wie es verarbeitet wurde. Probiere es selbst, frage Erwachsene um Hilfe oder besuche ein "Reparatur-Café". Dort sitzen Menschen, die gerne tüfteln und dir kostenlos deine kaputten Sachen reparieren.
Oder man baut etwas Neues daraus. Stichwort: Upcycling. 🙂

Also: Kleidung und Spielzeug ...

- nicht wegwerfen, sondern tauschen oder verschenken

- gebraucht kaufen

- reparieren (oder etwas Neues daraus machen)

 

Ernährung
Beim Trinken kannst du leicht CO2 sparen. Zum Beispiel, wenn du Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche trinkst. Leitungswasser ist in Deutschland sauber und gesund und es muss nicht mit dem LKW durchs Land gefahren werden. In Wasser aus Plastikflaschen finden sich zudem Rückstände vom Plastik ... die möchte man eigentlich nicht trinken.

Beim Essen helfen drei Punkte viel CO2 einzusparen:

  • Lebensmittel aus der Region
  • Obst und Gemüse kaufen, das jetzt reif ist
  • wenig tierische Produkte

Außerdem kannst du noch darauf achten, dass die Lebensmittel biologisch angebaut wurden und wenig Verpackung drum herum ist.

Viel CO2 verursacht Essen, das mit dem Flugzeug um die halbe Welt gereist ist. Oder das ein halbes Jahr im Kühlhaus gelagert werden musste. Oder, das in drei Schichten Plastik und Styropor verpackt wurde.

 

Und was hat es mit Bio und tierischen Produkten auf sich?

  1. Bio-Produkte wurden umweltfreundlicher angebaut. Es wird zum Beispiel kein künstlicher Dünger und keine starken, chemischen Gifte gegen Unkraut und Schädlinge verwendet. Auf dem Bio-Acker setzt man auf natürliche Düngung zum Beispiel mit Kompost und vielen Regenwürmern. Eine solche Erde voller Kompost und Regenwürmern speichert viel CO2. Nämlich 1.082 kg mehr pro Hektar und Jahr als ein "normaler" Acker
    Allerdings: Wenn nicht so viel gedüngt wird und ein paar Käfer mitfressen, gibt es auch weniger Ertrag. Darum sind Bio-Produkte etwas teurer.
  2. Fleisch, Wurst, Milch und Joghurt – warum ist das schlecht fürs Klima? Weil wir extrem viele Tiere halten und die viel pupsen müssen. Alle Pupse enthalten Methan, ein Treibhausgas, das 25x stärker wirkt als CO2! Außerdem müssen die Tiere alle gefüttert werden. Oftmals wird Regenwald abgeholzt, damit auf den Flächen Tierfutter angebaut werden kann. 70% der landwirtschaftlichen Fläche weltweit dienen nur dem Anbau von Tierfutter und ihrer Haltung! Wenn wir mehr Gemüse essen würden, bräuchten wir viel weniger Felder. Auf der frei werdenden Fläche könnten stattdessen Wälder und Moore CO2 speichern.
    Gar keine tierischen Produkte mehr? Es muss ja nicht immer gleich radikal sein. Wenn alle Menschen etwas weniger von Tieren essen würden, wäre schon viel gewonnen. Probiere doch mal etwas Neues! Inzwischen gibt es so viele vegetarische und vegane Produkte. Manchen Leuten schmeckt die vegane Wurst sogar besser, als die aus Rind und Schwein.
    Mal Margarine statt Butter, Porridge statt Joghurt oder ein Humus statt Teewurst. Und wenn es mal Fleisch sein soll – wie wäre es mit Wildfleisch? Reh und Wildschwein hatten ein Leben in Freiheit und haben kein Regenwald-Soja gefressen. Und es gibt ohnehin so viele in Deutschland, dass sie in großer Zahl geschossen werden.

 


„Klimawandel verstehen“ – gefördert von: arcus

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