Im Januar wurden viele Rabenvögel beim ArtenFinder gemeldet und es gab einen interessanten Vortrag über die klugen Vögel.

Jetzt ist schon fast Februar und während der graue Himmel weiter beständig von oben drückt schauen wir auf die kleinen Vorboten des Frühlings: Die Tage werden wieder länger, die ersten Winterlinge strecken ihre gelben Knospen aus der Erde. Bald folgen Schneeglöckchen und Krokusse. Im Wald klingt es jetzt wie im Gruselfilm, denn der typische Balzruf vom Steinkauz schallt durch die Nacht. Am Tag hören wir den Frühling sobald die Sonne mal hinter den Wolken hervorschaut: Die Meisen rufen schon zur nächsten Brutsaison und inspizieren die Nistkästen.

Im Kalender geht es im Februar um die großen Nagetiere am Wasser. Die Künstlerin Henrieke Ribbe hat diesen Lebensraum in Öl gemalt:

Im Februar-Newsletter geht es um folgende Themen:

  • Biber, Bisam oder Nutria + Entdecktipps

  • Große Nagetiere im Feldbuch
  • Gewinnen bei der Monatsaktion
  • Foto-Rallye + Pilze schnitzen
  • Zusatzmaterial: Memo und Schaubild
  • Ausflugstipps

 

Biber, Bisam oder Nutria? Plus Entdecktipps

Zwei Amerikaner, ein Europäer: Wenn man nur einen kurzen Blick auf ein pelziges Wesen erhaschen kann, ist die Verwechslungsgefahr zwischen den drei Nagetieren groß.

Die drei Arten treten nicht übermäßig in Konkurrenz. Nur der Biber ernährt sich vegetarisch und knabbert im Winter an Baumrinde. Der Bisam und die Nutria (ja, die Artikel stimmen so ;) fressen auch Insekten, Krebse und andere Kleintiere.

Die ältesten Bibernachweise in Europa sind etwa 15 Millionen Jahre alt. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rottete ihn der Mensch wegen seines Felles, Fleisches und seinem "Bibergeil" (fettiges Sekret) großflächig in ganz Europa aus. Ab den 1970er Jahren begann die Wiederansiedlung der Tiere.

Der Bisam stammt ursprünglich aus Nordamerika. 1905 wurden bei Prag Bisams ausgesetzt, sie wurden von einem Jagdurlaub mitgebracht und bildeten den Grundstock der heutigen europäischen Population.

Die Nutria stammt ursprünglich aus dem subtropischen und gemäßigten Südamerika. Seit 1926 bestanden in Deutschland die ersten Farmen, um zum Beispiel Pelzmäntel aus Nutria zu produzieren. Es wird davon ausgegangen, dass es seit 1930 Nutria-Populationen in Deutschland gibt, die auf verwilderte Tiere zurückgehen.

 

Entdecktipps

Berlin

Biber: Sie kommen auf Inseln in der Rummelsburger Bucht, am Landwehrkanal in Friedrichshain-Kreuzberg und am Teltowkanal entlang des Mauerradweges zwischen Neukölln und Adlershof (Ostkrone) vor. Der Bezirk plant an kritischen Stellen Biberausstiege zu bauen.

Bisam und Nutria: Kommen in und an Seen an der Havel vor.

Rheinland-Pfalz

Biber: Das Biberzentrum in Fischbach bei Dahn pflegt eine Karte mit den Vorkommen unter www.biber-rlp.de

Nutria: Karte der Meldungen bei ArtenInfo
Bisam: Alle Meldungen und mehr beim ArtenFinder.

Biber, Bisam und Nutria im Feldbuch

Hier werden viele Merkmale der Gruppe und der einzelnen Arten dargestellt. Das Feldbuch in gedruckter Form ist leider schon vergriffen.
Die PDF-Version kann auch als Tafelbild für das Smartboard verwendet werden.

 

Verwechslungsarten

Manche Tiere sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Im Feldbuch haben wir sie mit Doppelpfeilen markiert und machen auf die kleinen, entscheidenden Unterschiede aufmerksam. Was noch hilft:

• Tiere, die Laute von sich geben, kann man auch danach unterscheiden. Höre dir hier die Laute vieler Tiere an: www.tierstimmenarchiv.de

• Manche Verwechslungsarten leben in ganz verschiedenen Lebensräumen oder zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Schau dir dazu beim ArtenFinder die Karten und die Übersicht zur Häufigkeit der Meldungen im Jahresverlauf an. Überprüfe, ob deine Entdeckung wahrscheinlich ist.

 

Der Europäische Biber ist mit einem Meter Körpergröße der Größte der drei. Danach folgen die Nutria und schließlich der Bisam, der auch als Bisamratte bezeichnet wird, als das kleinste Tier.

Einen Biber erkannt man am platten, kellenartigen schwarzen Schwanz. Im Gegensatz zum Biber haben Nutrias sichtbare Ohren und weiße Barthaare, und der Rücken ist anders als beim Biber beim Schwimmen sichtbar.

Biber tauchen beim Schwimmen bis auf den Kopf komplett unter. Bisame machen, im Gegensatz zu Nutrias, beim Schwimmen Pendelbewegungen mit ihrem ovalen Schwanz und sehen Mäusen ähnlicher. Nutrias sehen aus wie sehr große Meerschweinchen. Erwachsene Nutrias haben markant orangefarbene Schneidezähne.

Feldbuch als PDF laden

Monatsaktion

Jeden Monat gibt es passend zur vorgestellten Tiergruppe ein spannendes Angebot vom Projekt ArtenFinder. Im Februar gibt es einen Vortrag, einen Podcast über große Nagetiere am Wasser und ein Quiz. Bei einer zusätzlichen Verlosung können ein Säugetier-Bestimmungsbuch und eine ArtenFinder-Tüte gewonnen werden. Es lohnt sich, gleich mal reinklicken:

Monatsaktion Berlin
Monatsaktion Rheinland-Pfalz

Foto-Rallye + Pilze schnitzen

Foto-Rallye

Material: Kamera, ausgedruckte Fotos, Kartenausschnitt der Umgebung                     

Dauer: etwa 45 Minuten Rundgang zum Fotografieren, Ausdrucken der Bilder; etwa 45 Minuten zum Wiederfinden der Motive und Markieren der Orte auf der Karte

Sozialform: erst Einzel-, dann Gruppenarbeit

 

Die Erkundung des Sozialraums ist fester Bestandteil des heutigen Bildungsverständnisses. Das Kennen der Wohnumfeld gibt den Kindern Selbstvertrauen und ermöglicht es ihnen, sich frei und selbstständig zu bewegen.

Neben klassischen Ausflügen in die Schulumgebung samt Erkundung der relevanten Institutionen wie Bibliotheken, Spielplätze und typischen Geschäften werden die Kinder bei dieser Rallye gefordert, nach Strukturen, Mustern und Details zu schauen. Hier ist ihr eigener Blick gefragt, der Spielcharakter motiviert zum Suchen und Finden. Jedes Augenpaar und jede Erinnerung hilft, der Austausch in der Gruppe ist von großem Vorteil. So wird die Zusammenarbeit im Team gefördert.

Die Orientierung im Wohnumfeld und das Kennenlernen von Institutionen, Straßen, Möglichkeiten erfolgt hier spielerisch nebenbei.

 

Macht einen Ausflug in ein bestimmtes Gebiet und fotografiert einzelne Spuren, Objekte, typische Muster und Strukturen.

Tauscht die Fotos aus, entweder als Ausdruck oder digital, und geht auf die Suche. Wer findet die meisten Abbildungen draußen wieder? Markiert die Orte in einer Karte. Gemeinsam im Team könnt ihr bestimmt alle Bilder wiederentdecken.

 

 

Lehrplan Berlin:

Kunst: Wahrnehmen. Sammeln und Collagieren

Sachkundeunterricht: Erkennen

 

 

Pilze schnitzen

Material: ein dicker Ast, Schnitz- oder Küchenmesser, ggf. Feile und Schleifpapier; auch Gemüseschäler lassen sich hier verwenden

Dauer: mindestens eine Doppelstunde // 120 Minuten

Sozialform: Einzelarbeit

 

Die drei goldenen Schnitzregeln:

1. Wer schnitzt, der sitzt.

2. Immer vom Körper weg schnitzen.

3. Die Hand, die das Holz hält, liegt immer hinter dem Messer.

 

Es bedarf einer eingehenden Einweisung, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

 

Die Arbeit mit Holz ist eine komplexe Erfahrung. Der Umgang mit Naturmaterialien stärkt den Bezug der Kinder zu ihrer Umwelt. Sie können etwas Eigenes schaffen und Dinge nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten.

 

Ihr benötigt einen dicken Ast, am besten von einem schnell wachsenden Laubbaum: Birke, Pappel, Linde, Ahorn. Bei ihnen ist das Holz schön weich. Beginnt mit dem Hut und lasst am Rand einen Rindenring stehen.

 

Ausführliche, bebilderte Anleitung auf unserer Webseite.

 

Lehrplan Berlin, Kunst: Plastisches Gestalten, Material Holz

Lehrplan Rheinland-Pfalz, Bildende Kunst: Arbeitsbereich Werken  

Zusatzmaterial

Memo-Paare-Spiel: Es gibt für alle Arten im Kalender ein Pärchenspiel. Runterladen, ausdrucken, schneiden und laminieren. Dann die fertigen Karten ausschneiden.
Tierarten_PaareFinden.pdf

Körperbau der Tiergruppen: Das Schaubild zeigt den Körperbau der großen Nagetiere. Es gibt auch eine Version zum Selbst-Eintragen der Bezeichnungen als Arbeitsblatt.
Das PDF kann zum Ausdrucken oder gemeinsamen Bearbeiten am Smartboard verwendet werden.
Körperbau_Tiere.pdf

 

Ausflugstipps

Rheinland-Pfalz: „Die Anzahl der Biber in Rheinland-Pfalz wächst beständig. Über 300 Tiere, eingewandert aus den benachbarten Bundesländern, sind es mittlerweile. Stefanie Venske kennt die Stellen im Land, wo die Biber ihre Bauten anlegen und die Natur verändern. Biber sind echte Landschaftsarchitekten, nur eben „unstudiert“, sagt sie. Mitunter führt die tierische Umgestaltung der Landschaft auch zu Konflikten: etwa mit Landwirt:innen, die sich über überschwemmte Felder weniger freuen. Stefanie Venske, Chefin des Bibermanagements in Rheinland-Pfalz, ist dann sofort zur Stelle und gleicht aus.“

Biberzentrum in Fischbach bei Dahn: www.biber-rlp.de

 

Berlin: Wie wäre es mit einem Biber-Ausflug zum Teltowkanal und Buschgraben? Schauen Sie dazu das Video mit Derk Ehlert beim Umweltkalender. Wenn Sie im Kalender nach "Biber" suchen finden Sie auch entsprechende Vorträge und Führungen. 

 

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit den großen Nagetieren im Februar und viele spannende Entdeckungen. Wir melden uns wieder mit den Kröten im März.

Herzliche Grüße von Pindactica, dem ArtenFinder-Team und den beiden Umweltstiftungen.

Förderungen durch Stiftungen decken nur einen Teil unserer Kosten. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind ein wichtiger Baustein für unsere Arbeit. Sie können steuerlich geltend gemacht werden.

Spendenkonto
Pindactica e. V.
Deutsche Skatbank
IBAN: DE25 8306 5408 0004 8052 67
BIC: GENODEF1SLR

 

Wir danken allen, die uns unterstützen und damit Angebote wie diesen Newsletter ermöglichen. Dankeschön!

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