Trotz einzelner Winterepisoden beginnt im März endlich der Frühling: nicht nur meteorologisch, sondern auch kalendarisch.

Pflanzen erwachen aus dem Winterschlaf, Kraniche fliegen wieder und erste Kröten sind unterwegs. Und genau um diese Kröten geht es im März in unserem Entdeckerkalender.

Wie auf einen Startschuss hin eilen oft in wenigen Nächten Abertausende von Kröten los. Müssen sie auf ihrem Weg Straßen queren, ist ihr Leben in akuter Gefahr. Schutzzäune und Tunnel helfen bei der sicheren Überquerung. 

Die Künstlerin Henrieke Ribbe hat für den Monat einen beeindruckenden Kröten-Lebensraum in Öl gemalt:

Kröten gehören vielleicht nicht zu den beliebtesten Tieren. Warum sie trotzdem faszinierend sind und unsere Wertschätzung verdienen: Das erfahren Sie auf der März-Kalenderseite und in diesem Newsletter.

Hier geht es um folgende Themen:

  • Kröten, Schutzzäune + Entdecktipps
  • Kröten im Feldbuch
  • Kröten entdecken und gewinnen
  • Krötenvortrag
  • Aktivität: einen Tümpel anlegen
  • Zusatzmaterial: Memo-Spiel, Schaubild zu Körperbau und Metamorphose der Erdkröte

Kröten, Schutzzäune + Entdecktipps

Welche der 5 abgebildeten Krötenarten erkennen Sie wieder? Welche haben Sie schon einmal "in echt" gesehen? Es ist kein Zufall, wenn es nur eine oder auch gar keine ist. Abgesehen von der Erdkröte sind sie sehr selten - und inzwischen stark bedroht. Das liegt vor allem am Lebensraumverlust: Kleine Gewässer trocknen aus (Klimawandel), werden für die Bewirtschaftung aufgefüllt (Intensive Landwirtschaft), Städte und ihre Gewerbegebiete wachsen (Bodenversiegelung). Zusätzlich sterben unzählige Tiere zur Laichzeit auf unseren Straßen.

Kröten laichen im Wasser und verbringen ihre erste Lebensphase dort. Sie sind auf Feuchtbiotope absolut angewiesen. Zwar stehen alle Krötenarten in Deutschland unter strengem Schutz. Trotzdem sind starke Rückgänge der Populationen zu verzeichnen, in Brandenburg zum Beispiel mitunter bis zu 100 %!

 

Krötenschutzzäune + Entdecktipps

Der NABU bietet eine Übersicht für alle Bundesländer, wo man Kröten bei der Wanderung helfen kann.

Wo befinden sich Krötenschutzzäune in Berlin?
• Kienbergpark/Gärten der Welt:
Kröten ziehen vom Kienberg an die Ufer der stehenden Gewässern in den Gärten der Welt, Teich im chinesischen Garten oder Koppelpfuhl
Koordinierungsstellen: Fauna der Stiftung Naturschutz, die StadtnaturRanger und das Umweltbildungszentrum Kienbergpark
• zwischen Krepp- und Schleipfuhl:
koordiniert durch Naturschutzzentrum Schleipfuhl
• Britzer Garten Neukölln:
viele Veranstaltungen zum Thema Krötenwanderung beim Freilandlabor Britz e.V.
• Grunewald an der Havelchaussee:
koordiniert durch das Ökowerk Berlin (auch als Schulklassenaktion buchbar)

 

Entdecktipps allgemein

Kröten sieht man vor allem im Frühjahr, wenn viele Arten zu ihren Laichgewässern wandern. Meist entdeckt man die recht häufige Erdkröte.
Als Auslöser für die Wanderung gelten frostfreier Boden und nächtliche Temperaturen über 5°C in Verbindung mit Regen.

Kröten in Berlin, Beispiele:
Kreuzkröte am Pankower Tor
Erdkröte im Viktoriapark

Kröten im Feldbuch

Mit diesem Bestimmungsschlüssel wird schnell klar, was die Unterschiede zwischen Kröten und Fröschen sind und wie man Molche von Salamandern unterscheidet.

Bei der Unterscheidung verschiedener Krötenarten achtet man vor allem auf die:

- Grundfarbe,
- Farbe vom Bauch,
- Form der Pupillen sowie die
- Farbe und Form des Musters.

Das Feldbuch in gedruckter Form ist leider schon vergriffen (eventuell wird es aber einen Nachdruck geben).
Die PDF-Version kann jedoch ausgedruckt oder als Tafelbild für das Smartboard verwendet werden.

Feldbuch als PDF laden

Monatsaktion

Jeden Monat gibt es passend zur vorgestellten Tiergruppe ein spannendes Angebot vom Projekt ArtenFinder. Im März gibt es einen Vortrag, einen Podcast über Kröten und ein Quiz. Bei einer zusätzlichen Verlosung können ein Bestimmungsbuch „Amphibienführer Deutschlands“ und eine ArtenFinder-Tüte gewonnen werden.
Es lohnt sich, gleich mal reinklicken:

Monatsaktion Berlin
Monatsaktion Rheinland-Pfalz

Tümpel-Traum

Ein Miniteich im Schulgarten oder auf dem Hof bietet viele Gelegenheiten zur Naturforschung. Für einen Tümpel reicht schon ein großes, wasserdichtes Gefäß, z. B. eine Mörtel- oder alte Badewanne.

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Material: Teichfolie oder große Wanne, Wasserpflanzen, Steine und Wurzeln zur Dekoration, ein Brettchen als Ausstiegshilfe

Dauer: Projekt

Sozialform: Gruppenarbeit


Bei einer Projektwoche oder in der Garten-AG kann der Tümpel gemeinsam angelegt werden. Das Gefäß kann frei stehen. Viel bessser ist es jedoch, wenn es eingegraben wird. So sieht es „natürlicher“ aus und ist für Tiere bedeutend besser zugänglich. Mit einem Stück Teichfolie können Sie die Form des Tümpels selbst bestimmen. Er sollte aber unbedingt tief genug sein, dass er im Sommer nicht austrocknet und im Winter nicht durchfriert (tiefer als 1 Meter ist recht sicher). Das Brettchen dient als Ausstiegshilfe für Igel und andere kleine Tiere, die in den Tümpel fallen könnten.

Beginnen Sie direkt nach der Fertigstellung gemeinsam mit den Kindern mit der Dokumentation der entdeckten Arten. Es werden sich im Laufe der Zeit immer mehr ansiedeln. Ob auch Kröten kommen, hängt auch sehr von der Lage der Schule ab. Aber alleine die Vögel, die die Wasserstelle zum Trinken nutzen werden, sind spannend. Mit einer Kamerafalle erwischen Sie vielleicht auch einen Fuchs oder Igel, der nachts heimlich seinen Durst stillt.

Ausführliche Anleitung unter: www.entdeckerkalender.de/tuempel-bauen

Lehrplan Berlin:

NaWi: mit Fachwissen umgehen

Sachkundeunterricht: Handeln

Lehrplan RLP:

Biologie: Umgang mit Fachwissen

Zusatzmaterial

Memo-Paare-Spiel: Es gibt für alle Arten im Kalender ein Pärchenspiel. Runterladen, ausdrucken, schneiden und laminieren. Dann die fertigen Karten ausschneiden.
Tierarten_PaareFinden.pdf

Körperbau der Tiergruppen: Das Schaubild zeigt den Körperbau der Kröten. Es gibt auch eine Version zum Selbst-Eintragen der Bezeichnungen als Arbeitsblatt.
Das PDF kann zum Ausdrucken oder gemeinsamen Bearbeiten am Smartboard verwendet werden.
Körperbau_Tiere.pdf

  

Metamorphose der Erdkröte: Die Kaulquappen entwickeln sich nach und nach zu Landtieren: Zuerst beginnen nacheinander die Beinpaare zu wachsen, dann bilden sich die Kiemen zurück. Eine Lunge wird aufgebaut und zuletzt werden Haut und Organe umgebildet.

Die 9 Karten zeigen die Entwicklung vom wasser- zum landlebenden Tier: einfach ausdrucken und ggf. laminieren. Die Kinder betrachten die Bilder genau und sortieren die Karten nach der chronologischen Reihenfolge. Das kleine Spiel dient der Veranschaulichung und als Gesprächsanlass.
Metamorphose_Erdkroete_Karten.pdf

Wir wünschen euch viel Spaß mit den Kröten im März und viele spannende Entdeckungen. Wir melden uns wieder mit den Schlangen im April.

Danke übrigens fürs Weiterleiten des Newsletter - immer mehr Menschen abonnieren ihn und können so von den zusätzlichen Angeboten profitieren.

Ebenso ein dickes DANKESCHÖN für die Rückmeldungen zum Kalender und zum Newsletter. Je mehr wir darüber erfahren, wie Sie den Kalender einsetzen und was im Newsletter hilfreich ist, umso besser können wir auch auf Ihre Bedürfnisse eingehen.

 

Herzliche Grüße von Pindactica, dem ArtenFinder-Team und den beiden Umweltstiftungen.

Förderungen durch Stiftungen decken nur einen Teil unserer Kosten. Spenden und Mitgliedsbeiträge sind ein wichtiger Baustein für unsere Arbeit. Sie können steuerlich geltend gemacht werden.

Spendenkonto
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