Im Gespräch mit: Eva Muggenthaler

Eva Muggenthaler, geboren 1971 in Fürth, studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Sie arbeitet als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet. Wir haben uns mit der Illustratorin anlässlich des internationalen Literaturfestivals in Berlin getroffen, um mit ihr über das Kinderbuch "Paulas Reisen" und ihre Arbeit im Allgemeinen zu sprechen.

PINDACTICA: Wie hat die Zusammenarbeit mit Paul Maar, dem Autor des Kinderbuchs "Paulas Reisen" funktioniert?

EVA MUGGENTHALER: Kennen gelernt habe ich Paul Maar erst, als das Buch schon fertig war. Vorab habe ich mit ihm gar nichts zutun gehabt. Ich habe die Geschichte von Paul Maar über den Tulipan Verlag angeboten bekommen und hatte wirklich völlige Freiheit. Mir wurde überhaupt nicht reingeredet.

PINDACTICA:  Sie wollten eigentlich nicht Kinderbuchillustratorin zu werden. Sehe ich das richtig?

EVA MUGGENTHALER: Eigentlich nicht. Ich mache das gerne, wenn ich eine schöne Geschichte habe, aber ich bin da sehr offen. Es kann auch gut sein, dass ich mal wieder freie Bilder male oder für Zeitschriften etwas illustriere. Darum muss man sich halt immer sehr kümmern, im Erwachsenenbereich wird nicht so viel illustriert. Und wenn man erst mal bekannt ist im Kinderbuchbereich, wollen auch viele das gar nicht für den Erwachsenenbereich haben.

PINDACTICA: Der zivile Ungehorsam, der in den Bildern und dieser Geschichte von Paulas Reise steckt, zum Beispiel das Grün, was sich einfach in die roten Seiten einschleicht. War das Ihre Idee?

EVA MUGGENTHALER: Ja, das war meine Idee.

PINDACTICA: Die Geschichte spricht ja von Anpassungszwängen. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

EVA MUGGENTHALER: Wir leben auf dem Land und ich brauche auf jeden Fall die Ruhe. Aber wir sind auch immer wieder mal in Hamburg. Ich bin auch nicht überzeugte Landbewohnerin und es gibt dort ganz eigene Dinge, die einen inspirieren. Oft ist es tatsächlich eine gewisse Spießigkeit und Engstirnigkeit. Ich hätte das so auch nie gedacht.

PINDACTICA: Gibt es künstlerische Vorbilder für Sie?

EVA MUGGENTHALER: Nicht konkret, aber ich kann sagen, dass ich aufgewachsen bin mit Bildern von Marie Marcks oder F. K. Waechter und ich glaube, dass mich das auch geprägt hat. Waechter habe ich selbst auch mal kennen gelernt, weil ich einen Zeichenkurs bei ihm gemacht habe. Meine Vorbilder sind jedenfalls nicht unbedingt Kinderbuchillustratoren, sondern kommen eher aus der freien Kunst. Ich denke, wenn ich selbst etwas entdecke beim Entwerfen von Bildern, dann können das die Kinder beim Lesen oder beim Vorlesen nachvollziehen. Aber erst mal entdecke ich das für mich beim Machen. Und wenn mich das nicht langweilt, dann denke ich, dass das auch andere nicht langweilt.

PINDACTICA: Langeweile?

EVA MUGGENTHALER: Ja, mann kann sich langweilen bei einem Buch, beispielsweise weil der Verlag strikte Vorgaben macht. Also, das habe ich noch nie gemacht. Würde ich auch nicht, dann mache ich lieber einen anderen Beruf. Es ist wirklich so! Da lohnt sich auch der hohe Aufwand nicht, denn letztendlich ist das ja ein 1-Euro-Job und dann muss es auch etwas sein, woran ich meinen Spaß habe.

PINDACTICA: Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Pindactica.de